(02.04.10)
Eine über 20 Meter lange, blutrot dominierte Malwand aus der 25. Malaktion 1987 bildet neben rund 100 Exponaten, das Herzstück der Ausstellung des Hermann Nitschs Museum, die von 2. Mai 2010 bis Frühjahr 2011 unter dem Titel Hermann Nitschs Meisterwerke aus der Duerckheim Collection zu sehen ist.
MISTELBACH. Die Duerckheim Collection zählt zu den interessantesten Sammlungen Moderner Kunst in Europa. Seit über dreißig Jahren beschäftigt sich Christian Graf Duerckheim mit dem Gesamtkunstwerk des Universalkünstlers Hermann Nitsch und hat in diesem Zeitraum über 100 Exponate versammelt. Sie bieten einen repräsentativen Querschnitt und einen spannenden Einblick in den Werkkosmos von Hermann Nitsch aus der Perspektive eines Privatsammlers.
Die schon fast historischen Meisterwerke dokumentieren den Beginn einer künstlerischen Auseinandersetzung, die bis heute andauert und bei der Hermann Nitsch das Verschütten von Farbe, als Grundritual jeder Malaktion definiert.
Der österreichische weltweit anerkannte Künstler Hermann Nitsch hat ab 1958 mit dem Orgien-Mysterien-Theater, das große allumfassende Gesamtkunstwerk des zwanzigsten Jahrhunderts entwickelt und 1972 bei der documenta 5 in Kassel erstmals international vorgestellt.
Bis in die 80er Jahre widmet sich Hermann Nitsch ausschließlich der Verwirklichung seiner Idee des Orgien-Mysterien-Theaters und beginnt erst Mitte des letzten Jahrzehnts wieder mit der Fertigung autonomer Malerei. Im Mittelpunkt steht dabei für Hermann Nitsch die Auseinandersetzung mit dem Phänomen Farbe.
Nachdem in den Jahren zuvor wegen ihres symbolischen Gehalts ausschließlich die Farbe Rot zum Einsatz gekommen war, führt Hermann Nitsch nun alle Farben des Spektrums in die Bildgestaltung ein.
Hermann Nitsch hat ein vielseitiges und kompromissloses Werk geschaffen, das stets in Begleitung mit kontroversiellen Debatten in der Öffentlichkeit wahrgenommen und rezipiert wurde. Lange musste der Begründer des Orgien-Mysterien-Theaters um die öffentliche Anerkennung seiner ästhetischen Haltung kämpfen.
Hermann Nitsch lehrte von 1989 bis 2003 an der Staatlichen Hochschule für bildende Kunst Städelschule in Frankfurt am Main sowie an zahlreichen Sommerakademien und hatte Gastprofessuren 1984/1985 an der Hochschule der Bildenden Künste Hamburg und 2004 am Institut für Theaterwissenschaften der Universität Wien inne.
Das Hermann Nitsch Museum zeigt seit Mai 2007 das Gesamtkunstwerk von Hermann Nitsch und mit dem internationalen Projekt zum Thema „Private Sammlungen“ bereits die vierte umfassende Sonderschau.